Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe
Julian FrankeMissbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe
Rund 200 Katholiken trafen sich diese Woche in Dortmund, um den Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen jahrzehntelange sexuelle Gewalt durch Kleriker, wobei Betroffene Gerechtigkeit und Unterstützung forderten. Erzbischof Udo Markus Bentz bestätigte, dass die meisten Opfer inzwischen Entschädigungszahlungen erhalten hätten.
Das Erzbistum Paderborn steht seit der Veröffentlichung eines Berichts massiv in der Kritik, der 485 Missbrauchsopfer zwischen 1941 und 2002 dokumentiert. Über 200 Geistliche wurden belastet, doch keiner von ihnen wurde seitdem offiziell entlastet oder aus dem Dienst entfernt.
Während der Zusammenkunft forderte der Betroffene Michael Heltner angemessene finanzielle Entschädigungen sowie langfristige psychologische Betreuung für die Geschädigten. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, dass das Erzbistum ein Prozent seines Vermögens für Wiedergutmachungsleistungen und Renten für die Opfer einsetzen solle.
Erzbischof Bentz erklärte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Betroffenen Entschädigungen erhalten hätten. Zudem rief er die Gemeinden dazu auf, sich offener mit dem Thema auseinanderzusetzen, und regte einen eigenen Gottesdienst an, um über den Missbrauchsskandal zu reflektieren.
Die Diskussionen in Dortmund zeigen, wie sehr sich die Kirche weiterhin mit der Aufarbeitung historischer Missbrauchsfälle beschäftigt. Zwar haben viele Opfer bereits Entschädigungen erhalten, doch die Forderungen nach größerer Rechenschaftspflicht und Unterstützung bleiben bestehen. Gegen die in dem Bericht genannten Kleriker wurden bisher keine formalen disziplinarischen Maßnahmen ergriffen.