Bergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps – 50 Millionen Euro Defizit drohen
Julian FrankeBergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps – 50 Millionen Euro Defizit drohen
Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein Defizit von 50 Millionen Euro aus. Der vorgeschlagene Sanierungsplan sieht Steuererhöhungen und strengere Klimavorgaben vor – Maßnahmen, die die AfD-Fraktion kategorisch ablehnt. Sie warnt vor weiteren Arbeitsplatzverlusten und einer zusätzlichen Belastung der Wirtschaft.
Die lokale Industrie leidet bereits unter schweren Rückschlägen. Traditionelle Unternehmen brechen unter dem Druck strengerer Regulierungen und steigender Kosten zusammen. Anfang 2026 wurde das Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme der Stadt schmerzhaft deutlich: Die Zanders-Papierfabrik, ein Betrieb mit fast 200-jähriger Geschichte, stellte die Produktion ein, nachdem sie eine Forderung über 7 Millionen Euro für CO₂-Zertifikate nicht erfüllen konnte. Mit der Schließung fielen 380 Arbeitsplätze auf einen Schlag weg.
Nur wenige Monate später stoppte Isover, eine Tochtergesellschaft des Konzerns Saint-Gobain, wegen des Gebäudeenergiegesetzes die Produktion – 160 Mitarbeiter verloren ihre Stellen. Bereits zu Beginn des Jahres 2025 hatten Umfragen ergeben, dass 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis mit Entlassungen rechneten.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, warnte im Februar 2026 vor einer beschleunigten Deindustrialisierung. Der städtische Kämmerer räumte ein, dass Bergisch Gladbach kaum eine Chance habe, über das Jahr 2027 hinaus zahlungsfähig zu bleiben. Die bereits jetzt über dem Landesdurchschnitt liegenden Hebesätze verschärfen die finanzielle Belastung für Bürger und Unternehmen zusätzlich.
Die AfD-Fraktion hat als Alternative einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen zu konsolidieren. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die geplanten Steuererhöhungen und Klimamaßnahmen, die ihrer Ansicht nach bereits Hunderten von Menschen den Job gekostet haben. Konkrete Daten zu weiteren großen Betriebsstilllegungen in den vergangenen fünf Jahren – abgesehen von den beiden bestätigten Fällen – liegen jedoch nicht vor.
Der Haushalt 2026 bleibt damit vorerst in der Schwebe, da die AfD eine Zustimmung zu einem Plan verweigert, der ihrer Meinung nach die Arbeitslosigkeit weiter verschärfen und zusätzliche Unternehmen aus der Stadt vertreiben werde. Ohne eine Einigung droht Bergisch Gladbach bis 2027 in noch tiefere finanzielle Turbulenzen zu geraten. Der Verlust langjähriger Betriebe und die steigende Arbeitslosigkeit zeichnen ein düsteres Bild für die lokale Wirtschaft.






