13 March 2026, 16:38

Berliner Staatsoper 2026/27: Sechs Neuproduktionen und Thielemanns mutige Opernwahl

Ein großer Saal voller Musikinstrumente, Stühle und Ständer mit Papieren, mit stehenden und sitzenden Menschen und einer von Lampen beleuchteten Decke, die den Hauptsaal der Berliner Philharmonie zeigt.

Was die Staatsoper in der nächsten Saison plant - Berliner Staatsoper 2026/27: Sechs Neuproduktionen und Thielemanns mutige Opernwahl

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges Programm für die Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Sechs Neuproduktionen feiern Premiere – keine davon wurde bisher in der Stadt aufgeführt. Das Repertoire umfasst selten gespielte Werke neben bekannten Klassikern, alles unter der Leitung von Christian Thielemann, der seine dritte Saison als Generalmusikdirektor bestreitet.

Zu den Höhepunkten zählt Engelbert Humperdincks Königskinder (1910), eine persönliche Wahl Thielemanns, die im Mai 2027 uraufgeführt wird. Der Dirigent wird das Werk selbst leiten und damit eine seltene Wiederbelebung der Oper einläuten. Ein weiteres zentrales Ereignis ist Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie, die zum 200. Todestag des Komponisten aufgeführt wird.

Auch Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893) und Gaspare Spontinis La Vestale (1807) stehen im Mittelpunkt des Programms. Trotz anhaltender finanzieller Herausforderungen hat das Haus ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das Innovation und Tradition vereint.

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die jüngsten Äußerungen von Timothée Chalamet über die Oper das Interesse großer Kultureinrichtungen geweckt haben. Intendantin Elisabeth Sobotka begrüßte das Engagement des Schauspielers und betonte, wie es ein breiteres Publikum für Oper und Ballett begeistere. Thielemann lud Chalamet sogar ein, eine Aufführung von Tristan zu besuchen – eine Brücke zwischen zeitgenössischem Starruhm und klassischer Kunst.

Die Spielzeit 2026/27 verspricht eine Mischung aus frischen Inszenierungen und historischen Werken. Thielemanns Führung und die Aufnahme weniger bekannter Opern wie Königskinder unterstreichen den künstlerischen Mut der Staatsoper. Mit Beethovens Neunter und Puccinis Manon Lescaut im Spielplan dürfen sich die Zuschauer auf eine Saison freuen, die durch Vielfalt und Anspruch besticht.

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