27 March 2026, 06:14

Bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV NRW – doch wer zahlt die Rechnung?

Plakat mit einem Zug auf einem Gleis mit mehreren Menschen in der Nähe und dem Text "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation."

Bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV NRW – doch wer zahlt die Rechnung?

Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen erhalten bald bessere Arbeitsbedingungen. Ein neuer Tarifvertrag senkt die wöchentliche Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn. Doch die Änderungen bringen höhere Kosten für die Verkehrsbetriebe mit sich – und wie diese finanziert werden sollen, ist noch unklar.

Ab Juli 2027 sinkt die Wochenarbeitszeit für Mitarbeiter im ÖPNV von 39 auf 38,5 Stunden. Bis Juli 2028 reduziert sie sich weiter auf 38 Stunden – ohne Lohnverlust. Zudem werden die gesetzlichen Ruhezeiten verlängert und die Sonntagszuschläge erhöht. Auch kurzfristig Beschäftigte erhalten mehr Schutzrechte.

Bisher verdienten Bus- und Bahnfahrer in der Region bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.450 Euro brutto im Monat, was etwa 14,06 Euro pro Stunde entspricht. Das lag unter dem Lohn vergleichbarer Berufe, etwa von Lieferfahrern, die rund 16 Euro pro Stunde erhielten. Die neuen Regelungen sollen die Attraktivität des Jobs steigern und die Personalgewinnung erleichtern.

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Doch die Verbesserungen haben ihren Preis: Weniger Arbeitsstunden bei gleicher Leistung bedeuten, dass die Unternehmen mehr Personal benötigen – und damit die Personalkosten steigen. Höhere Zuschläge und zusätzliche freie Tage belasten die Haushalte zusätzlich. Zwar ist eine sofortige Fahrpreiserhöhung unwahrscheinlich, langfristig könnten die Ticketpreise für Fahrgäste aber steigen.

Drei Finanzierungsoptionen stehen zur Diskussion: die Übernahme der Kosten durch öffentliche Träger, Bund und Länder oder eine Anhebung der Fahrpreise. Doch ohne Entscheidung wächst der Druck auf höhere Preise.

Die neuen Arbeitsbedingungen sind ein Fortschritt für die Beschäftigten im ÖPNV Nordrhein-Westfalens. Die Verkehrsbetriebe stehen nun vor steigenden Kosten – und die Frage, wer sie trägt, bleibt offen. Ohne klare Finanzierungslösung könnten die Änderungen langfristig zu Anpassungen bei den Ticketpreisen führen.

Quelle