Betrugsring manipulierte 71 Führerscheinprüfungen in Ostwestfalen
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen des Verdachts auf Betrug bei Führerscheintheorieprüfungen vor Gericht verantworten. Der Gruppe wird vorgeworfen, gegen Bezahlung Ersatzpersonen organisiert zu haben, die Prüfungen für andere abgelegt haben sollen. Die Ermittler stießen im Rahmen eines anderen Verfahrens am Landgericht Hannover auf die kriminellen Machenschaften.
Das Netzwerk soll zwischen Februar 2022 und Juli 2025 insgesamt 71 betrügerische Prüfungsversuche unternommen haben. Davon wurden 52 erfolgreich abgeschlossen, während 14 vorzeitig gestoppt wurden. Die Angeklagten sollen die Ersatzkandidaten über soziale Medien, persönliche Kontakte und bezahlte Vermittler – oft aus Bulgarien oder der Türkei – angeworben haben.
Die Doppelgänger, die den eigentlichen Prüflingen ähnelten, erhielten gefälschte Ausweisdokumente und wurden vor den Tests intensiv geschult. Die Gebühren für jede Prüfung lagen zwischen 1.100 und 2.000 Euro, wodurch die Gruppe insgesamt etwa 35.000 Euro erwirtschaftete. Ein Angeklagter gilt als Drahtzieher der gesamten Operation.
Einige der Beschuldigten sind bereits wegen ähnlicher Straftaten vorbestraft. Andere stehen in weiteren Fällen noch unter Ermittlung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßigen Betrug vor, der mit Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren geahndet werden kann.
Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld hat kürzlich begonnen und soll bis Ende Mai dauern. Acht Verhandlungstage sind vorgesehen, um Beweise und Zeugenaussagen zu prüfen.
Der Fall zeigt, wie systematisch das System der Führerscheinprüfungen für finanzielle Bereicherung ausgenutzt wurde. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Haftstrafen. Das Gericht wird nach Auswertung aller Beweise in den kommenden Wochen ein Urteil fällen.






