26 April 2026, 16:16

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Ein Plakat mit der brasilianischen Flagge, die im Wind weht, und fetter schwarzer Schrift, die "Mechaniker's Long Cut für Rauchen oder Kauen" gegen einen blauen Himmel liest.

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasiliens Öl- und Gasbehörde versteigerte am 17. Juni 2025 in einer großen Auktion 172 Erdöl- und Erdgas-Erkundungsblöcke – darunter 68 in der Amazonasregion, von denen 19 in der ökologisch hochsensiblen Flussmündung an der Küste versteigert wurden. Kritiker verurteilten den Schritt scharf und verwiesen auf erhebliche Umweltgefahren sowie die Missachtung der Rechte indigener Gemeinschaften.

Trotz rechtlicher Klagen und massiver Proteste von Klima- und Menschenrechtsorganisationen fand die Versteigerung statt. Die Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) organisierte das Verfahren, bei dem internationale Konzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras Förderlizenzen erwarben. Insgesamt lagen 47 der Blöcke im Mündungsgebiet des Amazonas, wobei 19 davon für eine Fläche von 16.312 km² Meeresgebiet vergeben wurden.

Vorab hatte keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentbecken (AAAS) stattgefunden. Zudem wurde das Erfordernis der freien, vorherigen und informierten Zustimmung betroffener indigener und traditioneller Gemeinschaften ignoriert – ein klarer Verstoß gegen die ILO-Konvention 169.

Rechtliche Schritte folgten umgehend: Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte eine einstweilige Verfügung zur Unterbrechung der Auktion und verwies auf Verfahrensmängel sowie unzureichende Umweltfolgenstudien. Der Widerstand wuchs, als Aktivist:innen und indigene Führer:innen öffentlich Stellung bezogen.

Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika kritisierte die Regierung scharf und bezeichnete den Kurs als Rückfall in eine überholte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Gisela Hurtado von Stand.earth betonte, dass Klimagerechtigkeit ohne die Achtung indigener Rechte und einen Verzicht auf fossile Energieträger nicht denkbar sei.

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Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura hinterfragte die Förderpläne grundlegend: "Was unter der Erde liegt, gehört dorthin." Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo bezeichnete die Auktion als ein "alarmierendes Signal für die Zukunft des Planeten".

Trotz rechtlicher und ethischer Bedenken wurden 19 Blöcke im Amazonasgebiet versteigert. Umwelt- und Indigenenorganisationen kündigten an, weiter gegen die Vergabe der Konzessionen zu kämpfen.

Die Entscheidung wirft Fragen über Brasiliens Klimaziele auf – Aktivist:innen warnen vor langfristigen ökologischen und sozialen Folgen.

Quelle