Bürger investieren direkt in Windenergie – Sparkasse Krefeld gibt grüne Sparbriefe aus
Philipp SchulteBürger investieren direkt in Windenergie – Sparkasse Krefeld gibt grüne Sparbriefe aus
Zwei neue Windenergieprojekte in Münchheide und Dickerheide ermöglichen es Anwohnern, direkt in erneuerbare Energien zu investieren. Die Initiative folgt dem Bürgerenergiegesetz von Nordrhein-Westfalen, das eine finanzielle Beteiligung der umliegenden Gemeinden vorschreibt. Die Sparkasse Krefeld gibt für die Projekte Sparbriefe heraus – ein Novum für die Bank in diesem Bereich.
Insgesamt sind 12 Windkraftanlagen geplant, sechs pro Standort. In Münchheide stehen 1,2 Millionen Euro in Sparbriefen für Bürgerbeteiligungen bereit, in Dickerheide sind es 1,5 Millionen Euro. Die Anleihen haben eine Laufzeit von zehn Jahren, einen festen jährlichen Zinssatz von 3,25 Prozent und unterliegen dem deutschen Einlagensicherungssystem.
Die Investition erfolgt in zwei Phasen. Zunächst können nur Anwohner in der Nähe der Standorte die Sparbriefe erwerben, mit einem Mindestbetrag von 1.000 Euro und einem Höchstbetrag von 10.000 Euro. Später wird das Angebot auf alle Bürger der beteiligten Kommunen ausgeweitet und ist dann in jeder Filiale der Sparkasse Krefeld erhältlich.
Tafil Pufja, Geschäftsführer der Stadtwerke, begrüßt das Vorhaben: Es halte die wirtschaftlichen Vorteile in der Region, stärke die öffentliche Unterstützung und beschleunige die Energiewende. Langfristig soll Meerbusch und Willich bis 2045 vollständig mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie versorgt werden.
Sowohl die Kommunen als auch das Versorgungsunternehmen sehen darin einen Schritt hin zum deutschen Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Durch die finanzielle Einbindung der Bürger hoffen sie, die Akzeptanz für erneuerbare Infrastruktur in der Bevölkerung zu erhöhen.
Die Sparbriefe bieten eine feste Verzinsung und finanzieren gleichzeitig die lokale Windkraft. Die Anwohner erhalten eine direkte Beteiligung an der Energiewende, während die Projekte dem Ziel näherkommen, 100 Prozent Ökostrom zu liefern. Das Modell könnte als Vorbild für künftige bürgergetragene Energieprojekte in der Region dienen.






