Deutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft
Anton MeyerDeutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft
Deutschlands Tischtennis-Team steht vor einer neuen Ära – die Europameisterschaft beginnt an diesem Sonntag in Zadar, Kroatien. Es ist das erste große Turnier seit dem Rücktritt der Legende Timo Boll, dessen Einfluss über Jahrzehnte hinweg den deutschen Erfolg prägte.
Jahre lang dominierte Deutschland den Tischtennissport mit Stars wie Boll und Dimitrij Ovtcharov. Das Team holte neun Europameister-Titel, erreichte sechsmal das Finale der Weltmeisterschaften und gewann vier olympische Medaillen. Die letzte WM-Medaille aus dem Jahr 2021 thront heute in der Trainingshalle – umgeben von Fotos vergangener Triumphe.
Das aktuelle Herren-Team, mit Spielern auf den Weltranglistenplätzen acht (Benedikt Duda), vierzehn (Dang Qiu) und fünfzehn (Patrick Franziska), ist nicht mehr das jüngste. Mit dem Abschied von Boll und Ovtcharov hat sich die Dynamik der Mannschaft verändert. Bei den Frauen glänzt unterdessen Sabine Winter, die mit 32 Jahren ihr Spiel neu erfand – durch einen Belagwechsel auf ihrem Schläger. Auch die Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann entwickelt sich zu einer Schlüsselfigur.
Bundestrainer Jörg Roßkopf hat ein klares Ziel vorgegeben: Deutschland soll wieder Europas beste Mannschaft werden. Doch Sportdirektor Richard Prause gibt zu, dass die Herausforderung größer geworden ist. Andere Nationen haben aufgeholt, die Konkurrenz ist enger geworden.
Die Meisterschaft in Zadar wird zeigen, ob Deutschlands erneuerte Ambitionen Früchte tragen. Ohne Boll und Ovtcharov setzt das Team auf eine Mischung aus Erfahrung und aufstrebendem Talent. Ihre Leistung wird beweisen, ob sie weiterhin an der Weltspitze mithalten können.






