Diakonie warnt vor Kürzungen wegen steigender Personalkosten und sinkender Kirchensteuern
Julian FrankeDiakonie warnt vor Kürzungen wegen steigender Personalkosten und sinkender Kirchensteuern
Die Diakonie, der soziale Wohlfahrtszweig der Evangelischen Kirche, steht wegen stark steigender Personalkosten vor schweren finanziellen Belastungen. Superintendentin Dr. Ilka Werner wies in ihrem Jahresbericht auf die Herausforderungen hin und warnte vor möglichen Kürzungen im Dienstleistungsangebot, sollte es nicht zu einer stärkeren Unterstützung durch den Staat kommen.
Für das Jahr 2024 erwartet der Kirchenkreis ein hohes Haushaltsdefizit. Rückläufige Kirchensteuereinnahmen und Lohnerhöhungen seien die Hauptgründe. Dennoch plant der Kirchenkreis, bis 2030 4,5 Stellen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu erhalten, wobei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 2026 zentral eingesetzt werden sollen.
Künftig werden Pfarrerinnen und Pfarrer in regionalen Teams arbeiten, die größere Gebiete abdecken, wobei jede Gemeinde mindestens eine fest zugewiesene Seelsorgerin oder einen Seelsorger behält. Die Synode hat zudem eine neue Satzung für die Diakonie-Agentur verabschiedet, die dieser mehr Eigenständigkeit ermöglicht, um schneller Entscheidungen treffen zu können.
Werner nahm auch zum wachsenden Antisemitismus Stellung und bezeichnete ihn angesichts des Gelöbnisses „Nie wieder!“ als unerträglich. Sie forderte Demut und eine klare Haltung gegen Antisemitismus, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Zudem rief sie evangelische Gemeinden zur Solidarität mit Israel auf.
Der Kirchenkreis wird sich in drei regionale Cluster gliedern, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Trotz der finanziellen Belastungen sollen strukturelle Veränderungen die grundlegenden Dienstleistungen sichern. Die Forderungen nach staatlicher Entlastung und einer entschlossenen Haltung gegen Antisemitismus bilden zentrale Prioritäten der Kirche.






