01 April 2026, 00:30

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit über einem Jahr stumm – jetzt droht der Druck

Ein Plakat, das einen Zoo in München, Deutschland, bewirbt und ein Leopard und eine Hauskatze zeigt, mit Texten, die Informationen über den Zoo bereitstellen.

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit über einem Jahr stumm – jetzt droht der Druck

Dortmunds Ethikkommission zu Großwildjagd bleibt seit über einem Jahr untätig – die anstehende Jagd und Hund-Messe bringt das Thema zurück in die Diskussion

Die 2023 eingerichtete Ethikkommission der Stadt Dortmund, die die ethischen Aspekte der Großwildjagd prüfen sollte, ist seit mehr als einem Jahr inaktiv. Mit der bevorstehenden Jagd und Hund-Messe gerät die Frage nun wieder in den Fokus: Werden die Verantwortlichen endlich handeln – oder weiter schweigen?

Die Kommission war nach jahrelangen hitzigen Debatten im Stadtrat ins Leben gerufen worden. Ihre Aufgaben umfassen die Bewertung, ob der Verkauf von Jagd-Safaris ethisch vertretbar ist, und wie sich die Großwildjagd auf den Artenschutz auswirkt.

Dass die Kommission bisher keine Fortschritte vorweisen kann, wurde bekannt, nachdem Dortmunds neuer Oberbürgermeister einräumte, es gebe keine Protokolle über Sitzungen. Fehlende Akten und lückenhafte Dokumentation machen es unmöglich, den Stand der Arbeiten nachzuvollziehen. Dieser Offenbarung war ein Vorstoß von Grünen, SPD, Linken und kleineren politischen Gruppen vorausgegangen, die mit einer Mehrheit durchsetzten, dass die Kommission noch vor der Sommerpause tagen muss.

Widerstand kam von der rechtspopulistischen AfD, die gegen den Antrag stimmte. Die Partei lehnt die Arbeit der Kommission grundsätzlich ab und stellt deren Sinn infrage. Unterdessen hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren eine strengere Haltung zur Trophäenjagd eingenommen. 2022 stoppte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) die staatliche Förderung des Deutschen Jagdverbands, nachdem dieser in den Import von Trophäen verwickelt war, die mit Wilderei in Afrika in Verbindung standen. 2024 folgte ein Gesetzentwurf zum vollständigen Verbot von Trophäenimporten, der bis Ende 2025 vom Bundestag verabschiedet wurde.

Angesichts der anstehenden Jagd und Hund-Messe hat der Stadtrat die Kommission nun angewiesen, zusammenzutreten. Ihre Ergebnisse – oder deren Ausbleiben – könnten Dortmunds Haltung zur Ausrichtung von Veranstaltungen mit Bezug zur Großwildjagd prägen. Die nächsten Schritte der Kommission werden zeigen, ob sie für Klarheit sorgt oder weiter ein untätiges Gremium bleibt.

Bis zur Sommerpause muss die Ethikkommission nun Antworten liefern. Ihre Entscheidung könnte die städtische Politik zu jagdbezogenen Events prägen – und entweder im Einklang mit den verschärften Bundesregelungen stehen oder diesen widersprechen. Ohne konkrete Schritte droht der Kommission nach Jahren der Debatte der Vorwurf der Wirkungslosigkeit.

AKTUALISIERUNG

2027 Messe Confirmed – Will Ethics Commission Finally Act?

The Jagd und Hund fair will return to Dortmund in 2027, with dates confirmed for 02.02.-07.02.2027. This follows the 2026 edition that ran from 27.01.-01.02.2026, just days before the original article's publication. The 2027 event will occupy the Westfalenhalle and eight additional halls, maintaining its status as Europe's largest hunting fair. With the ethics commission still inactive, the recurring event highlights the tension between local policy and federal bans on trophy imports.