E-World in Essen bricht Rekordzahlen – doch der Streit um das Netzpaket droht die Energiewende auszubremse
Lina SchmidtE-World in Essen bricht Rekordzahlen – doch der Streit um das Netzpaket droht die Energiewende auszubremse
E-World Messe in Essen verzeichnet Rekordzahlen – doch Streit um Netzpaket trübt die Stimmung
Die diesjährige E-World in Essen hat mit einem Zuwachs von 16 Prozent bei den Ausstellern und einem Besucherplus von 50 Prozent alle Rekorde gebrochen. Fast 47.000 Fachleute aus 126 Ländern nahmen teil – ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse an Technologien der Energiewende. Doch die Messe fand vor dem Hintergrund einer kontroversen Debatte statt: Branchenvertreter und Politiker lieferten sich einen Streit um den Entwurf des deutschen Netzpakets, das Kritiker als Bremse für den Ausbau erneuerbarer Energien sehen.
Erstmals erstreckte sich die Fachmesse über sechs Hallen, und die Veranstalter planen, 2025 den gesamten verbleibenden Ausstellungsraum zu nutzen. Neben klassischen Energiethemen standen KI-gestützte Energiemanagementsysteme, Batteriespeicher der nächsten Generation und Sicherheitslösungen für intelligente Zähler im Fokus. Besonders stark nachgefragt waren bidirektionales Laden und Speichersysteme hinter dem Zähler, wobei mindestens sechs neue Anbieter in diesem Segment debütierten.
Der Wandel der Messe hin zu Innovation markiert einen bewussten Bruch mit dem Image einer "altbackenen" Versorgerveranstaltung. Die Zahl der Start-ups und technologieorientierten Aussteller stieg um 40 Prozent – ein Zeichen für den Modernisierungsschub in der Branche. Doch die Aufbruchsstimmung wurde gedämpft durch die anhaltenden Auseinandersetzungen um den Entwurf des Netzpakets, das kapazitätsbegrenzte Netzgebiete vorsieht. In diesen Zonen könnten Netzbetreiber neue Anschlüsse verweigern oder Redispatch-Reserven ohne Entschädigung anordnen, sobald die Abregelung von Einspeisungen 3 Prozent übersteigt.
Branchenverbände wie der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnen, der Plan gefährdet die Energiewende, indem er den Ausbau erneuerbarer Energien für bis zu einem Jahrzehnt blockiert. Sie fordern klarere Regeln für Netzanbindungen, verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und faire Vergütungen für flexible Anschlussvereinbarungen. Die Grünen bezeichneten den Entwurf als "Energiewende-Killer", während die SPD-Politikerin Nina Scheer kritisierte, er stehe im Widerspruch zu den Koalitionszielen beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzsynchronisation. Das von der CDU geführte Ministerium verteidigte die Maßnahmen hingegen mit dem Verweis auf die Notwendigkeit, Redispatch-Kosten zu senken und mehr Transparenz zu schaffen.
Auch die Photovoltaik-Branche steht vor Herausforderungen: Geringe Preise für Stromabnahmeverträge (PPAs) bremsen die Vertragsabschlüsse, der Markt bleibt schwach. Investoren und Betreiber von Batteriespeichern warnen, das Netzpaket könnte in seiner aktuellen Form den Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter ausbremsen.
Der Besucherrekord der E-World unterstreicht den rasanten Wandel im Energiesektor, in dem KI, Speichertechnologien und intelligente Netze an Fahrt gewinnen. Doch die Messe zeigte auch, wie tief die Gräben in der deutschen Netzpolitik sind. Ohne Nachbesserungen droht das Netzpaket erneuerbare Energieprojekte zu verzögern und Investitionen abuschrecken – just in dem Moment, in dem die Branche auf eine beschleunigte Dekarbonisierung drängt.
Confirmed Record Attendance and New Initiatives at E-World 2026
Final figures confirm the E-World 2026 in Essen attracted 37,000 visitors and 1,136 exhibitors from 33 nations, surpassing initial estimates. Six halls and the Galeria were fully occupied, with 30% international exhibitors and guests from 126 countries. Looking ahead, organisers announced plans to open Halls 7 and 8 in 2027 for a new focus on 'Resiliente Infrastruktur'. A new 'Tag der Kommunen' event on 12 February provided free access for local officials to discuss energy transition challenges.






