04 April 2026, 12:16

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt Medien seit 40 Jahren mit satirischer Schärfe

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund und dem Text "Aprilscherz" unten.

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt Medien seit 40 Jahren mit satirischer Schärfe

Seit fast vier Jahrzehnten verwandelt Joey Skaggs die New Yorker Fifth Avenue an jedem 1. April in eine Bühne für satirische Gesellschaftskritik. Seine jährliche Aprilscherz-Parade, die seit 1986 stattfindet, verbindet Scherze mit beißendem gesellschaftspolitischem Kommentar. Mediengrößen wie die New York Times, CNN und die BBC berichteten wiederholt über die Veranstaltung – und fielen dabei nicht selten auf ihre übertriebenen Behauptungen herein, genau wie einst bei einem legendären Baseball-Schwindel im Jahr 1985.

Die Tradition der Aprilscherz-Medienstreiche in New York reicht bis ins Jahr 1985 zurück, als das Magazin Sports Illustrated eine Geschichte über Hayden "Sidd" Finch veröffentlichte. Verfasst von George Plimpton, beschrieb der Artikel Finch als mönchsgleiches Genie, das einen Baseball mit unmöglichen 270 km/h werfen könne – obwohl er noch nie in seinem Leben diesen Sport ausgeübt hatte. Später gab das Magazin zu, dass der Athlet frei erfunden war, und enthüllte den Coup als ausgeklügelten Aprilscherz.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Skaggs startete bereits im folgenden Jahr seine eigene Parade – als Feier der Absurdität und als Herausforderung an die Autoritäten. Mit der Zeit zog das Event Journalisten, Marschkapellen und neugierige Zuschauer an, auch wenn der tatsächliche Umfang selten an die in seinen Pressemitteilungen angepriesene Größenordnung heranreichte. Frühere Ausgaben beinhalteten etwa einen Donald-Trump-Imitatoren-Wettbewerb oder eine Y2K-Apokalypse-Party, bei denen es stets darum ging, auszuloten, wie weit die Medien auf die Köder hereinfallen würden.

Die Ankündigung für dieses Jahr spielt mit denselben Motiven und lädt die Besucher ein, sich zu fragen: "Was ist real – und was nicht?" Auf dem Programm stehen eine vom "Präsidenten" angeführte Parade, die Vorführung eines Melania-Mockumentary und eine öffentliche Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten. Skaggs behandelt die Medien wie eine Leinwand und macht deren Berichterstattung selbst zum Teil der Kunst. Was einst als Kritik an der Heuchelei der Branche in seinen frühen Jahren begann, hat sich zu einem langjährigen Experiment entwickelt, das zeigt, wie bereitwillig Institutionen das Absurde akzeptieren.

Die Parade deckt weiterhin die verschwimmende Grenze zwischen Satire und Glaubwürdigkeit in den Medien auf. Dutzende Redaktionen erscheinen Jahr für Jahr – manche übernehmen Skaggs' Behauptungen ungeprüft. Für die Teilnehmer bleibt die Veranstaltung eine Erinnerung daran, dass die Öffentlichkeit das Recht hat, zu lachen – und das, was ihr erzählt wird, zu hinterfragen.

Quelle