13 March 2026, 14:15

Erzbistum Paderborn bestätigt zwölf neue Missbrauchsfälle nach historischer Studie

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Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn bestätigt zwölf neue Missbrauchsfälle nach historischer Studie

Das Erzbistum Paderborn hat seit einer Studie aus dem Jahr 2023, die weitverbreitetes historisches Fehlverhalten aufdeckte, zwölf weitere Fälle von sexuellem Missbrauch bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl der identifizierten Opfer auf 489 im Zeitraum zwischen 1941 und 2002. Bischof Udo Markus Bentz hat sich nun öffentlich bei den Überlebenden entschuldigt und die Übergriffe als systemisches Versagen der Kirche bezeichnet.

Ein umfassender Bericht aus dem Jahr 2023 hatte 489 Fälle sexueller Gewalt innerhalb des Erzbistums dokumentiert, an denen 210 beschuldigte Personen beteiligt waren. Die von der Kanzlei Feigen und Graf durchgeführte Untersuchung prüfte auch Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt, fand diese jedoch nicht belegt.

Bischof Bentz räumte kürzlich das Ausmaß des Missbrauchs ein und bat die Opfer um Vergebung. Er bezeichnete die Erkenntnisse als Beweis für institutionelle Vernachlässigung. Unabhängige Überprüfungen wurden derweil fortgesetzt und brachten bis März 2026 zwölf weitere Fälle ans Licht.

Das Erzbistum hat sich zu weiteren Untersuchungen verpflichtet, darunter eine genauere Prüfung von Degenhardts Amtszeit. Bisher wurden 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Überlebende geleistet. Reinhold Harnisch, Vertreter einer Opfergruppe, begrüßte Bentz' Entschuldigung und forderte die Aberkennung von Ehrungen für Degenhardt sowie den ehemaligen Kardinal Lorenz Jaeger.

Die katholische Kirche in Deutschland steht seit 2010 wegen Missbrauchsfällen in der Kritik; landesweit arbeiten Bistümer daran, die Krise aufzuarbeiten.

Die laufenden Ermittlungen des Erzbistums zielen darauf ab, weitere Details über vergangene Missbrauchsfälle aufzudecken. Die Entschädigungszahlungen belaufen sich bereits auf 93 Millionen Euro, während Überlebende weiterhin nach Verantwortung verlangen. Forderungen nach symbolischen Veränderungen – wie die Umbenennung von Straßen, die beschuldigte Geistlicher ehren – spiegeln die breiteren Bemühungen wider, sich mit dem schädlichen Erbe der Kirche auseinanderzusetzen.

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