14 March 2026, 06:35

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Grundrisses eines Hauses mit mehreren Zimmern, die mit Details über die Zimmernummer und -größen beschriftet sind, der als die Villa in Dresden, Deutschland, identifiziert wird.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären deutschen Komiker Loriot gehörte, besitzt große kulturelle Bedeutung. Zwar wurden dort nur wenige seiner Werke gedreht, doch das Haus bleibt eng mit seinem Erbe verbunden.

Jauch, bekannt als einer der prominentesten Fernsehmoderatoren Deutschlands, hat sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt kultureller Stätten eingesetzt. Sein Kauf folgt einer langjährigen Bewunderung für Loriots scharfen Witz und seinen unnachahmlichen Humor.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Das Familienwappen zeigte einen goldenen Pirol – den "Loriot" –, der ihm später als Künstlername diente. Bevor er als Filmemacher bekannt wurde, feierte er in den 1950er-Jahren Erfolge mit humorvollen Büchern wie Der gute Ton. Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Glücklich verführt. 20 erprobte Liebestrick von zwei Kennern.

Seine beiden berühmtesten Filme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten an der Seite von Evelyn Hamann. Entgegen der weitverbreiteten Annahme wurden viele Szenen jedoch nicht in seinem Haus am Starnberger See gedreht. Der Speisesaal der Familie Lohse, eine wiederkehrende Kulisse, tauchte zwar in Pappa ante Portas auf – allerdings ohne Dieter Lohse. Wichtige Szenen entstanden an anderen Orten, etwa im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin für Heinrich Lohses Entlassung oder auf der Seebrücke Ahlbeck auf Usedom, wo Renate Lohses Mutter ihren Geburtstag feiert.

Die Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern diente als Hauptdrehort für Pappa ante Portas – nicht, wie oft fälschlich angenommen, das Seehaus am Starnberger See. Diese Präzisierung räumt mit einem langjährigen Irrtum über Loriots Werk auf.

Mit dem Erwerb des Anwesens am Starnberger See fügt Jauch dem Haus ein neues Kapitel hinzu. Seine früheren Projekte, wie die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam, deuten darauf hin, dass er auch hier einen ähnlichen Ansatz verfolgen könnte. Obwohl das Haus selten als Drehort diente, bleibt es ein Symbol für Loriots anhaltenden Einfluss auf die deutsche Kultur.

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