29 April 2026, 04:49

Hunderte Antidiskriminierungsprojekte drohen durch Bundeskürzungen wegzubrechen

Zeitung mit handgeschriebenem Text: 'Neustädter Markt, die Wahl, Herr Williams' Vorschlag für die Mehrheit.'

Hunderte Antidiskriminierungsprojekte drohen durch Bundeskürzungen wegzubrechen

Kürzungen bei Bundesmitteln gefährden Hunderte Antidiskriminierungsprojekte in Deutschland

Bis Ende des Jahres verlieren rund 200 Initiativen und Nichtregierungsorganisationen – viele davon mit Schulkooperationen – ihre finanzielle Förderung. Die Streichungen hinterlassen Lehrer:innen verunsichert, wie sie heikle Themen im Unterricht behandeln sollen, ohne ihre politische Neutralität zu gefährden.

Felix Bjerke, Koordinator des Netzwerks "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", leitet am Genoveva-Gymnasium in Köln Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention, Antisemitismus und Verschwörungstheorien. Rund 90 Prozent der Schüler:innen der Schule haben einen Migrationshintergrund – Programme wie diese sind hier besonders wichtig.

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Betroffen von den Kürzungen sind auch langfristige Projekte wie das Demokratie-Festival des Kölner Jugendrats. Viele der gestrichenen Initiativen sind in Ostdeutschland angesiedelt, wo rechtsextreme Einflüsse weiterhin stark sind. Ein Bündnis von Organisationen hat daraufhin die Petition "Schulen nehmen Stellung" gestartet und fordert die Behörden auf, Pädagog:innen klarere Unterstützung im Kampf gegen Hass und Diskriminierung zu geben.

Zu den betroffenen Gruppen zählen auch Organisationen, die sich für die Stärkung queerer Jugendlicher und rassistische Gleichberechtigung einsetzen. Partner wie "180 Grad Wende" und "Transaidency" stehen nun vor einer ungewissen Zukunft – Schulen bleibt damit weniger Spielraum, um Diskriminierung entgegenzuwirken.

Die Mittelkürzungen führen bereits jetzt dazu, dass sich Lehrkräfte scheuen, kontroverse Themen anzusprechen. Ohne finanzielle Absicherung wird es für Schulen schwieriger, Schüler:innen Workshops zu Extremismus, Rassismus und Inklusion anzubieten. Die Initiator:innen der Petition fordern eine Kehrtwende: Solche Programme seien unverzichtbar, um sichere und aufgeklärte Lernumgebungen zu schaffen.

Quelle