30 April 2026, 14:23

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Verleger und Redakteur liefern sich öffentlichen Wortgefecht

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Verleger und Redakteur liefern sich öffentlichen Wortgefecht

Bei der Berliner Zeitung ist ein öffentlicher Streit entbrannt, nachdem Verleger Holger Friedrich scharfe Kritik von Journalistenkollege Franz Sommerfeld einstecken musste. Der Konflikt folgt auf den Abschied von Anja Reich-Osang, der langjährigen Chefreporterin des Blattes, die nach drei Jahrzehnten das Haus verließ. Friedrich hat nun mit einer persönlichen Rechtfertigung seiner redaktionellen Entscheidungen reagiert.

Auslöser der Auseinandersetzung war eine Kritik Sommerfelds an der politischen Ausrichtung der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Ausscheiden. Er warf Friedrich vor, ein Klima zu fördern, das von einem übersteigerten Ego und mangelnder Selbstreflexion geprägt sei. Trotz Friedrichs beteuerter Verpflichtung zu journalistischer Qualität zielten Sommerfelds Äußerungen vor allem auf dessen Führungsstil ab.

Friedrich konterte in einem persönlichen Beitrag und verteidigte seine Entscheidung, eine umstrittene Geschichte zu veröffentlichen. Zugleich wies er Berichte des Medienportals kress als unzutreffend zurück. Allerdings verschleierte er, dass sich Sommerfelds Kritik gezielt gegen ihn persönlich richtete – und nicht gegen die gesamte Zeitung. Diese Auslassung erweckte den Eindruck, die Berliner Zeitung als solche stehe in der Schusslinie.

Der Verleger äußerte zudem Besorgnis über mögliche Folgen von Sommerfelds Vorwürfen für die Belegschaft. Die Mitarbeiter des Berliner Verlagshauses könnten nun verunsichert sein, während der Streit öffentlich ausgetragen wird.

Die Debatte legt innere Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang offen. Friedrichs Reaktion deutet darauf hin, dass die Kritik ihn getroffen hat, auch wenn er seine redaktionellen Weichenstellungen für gerechtfertigt hält. Die Belegschaft steht nun vor einer Phase der Unsicherheit, während der Führungskonflikt weiter schwelt.

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