10 May 2026, 14:17

Maria Happel und Paula Nocker: Ein Leben zwischen Bühne und Freundschaft

Plakat für das Theatre Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, mit Texten, die das Theater und seine Künstler beschreiben.

Maria Happel und Paula Nocker: Ein Leben zwischen Bühne und Freundschaft

Maria Happel und Paula Nocker teilen sich seit ihrer Kindheit die Bühne. Beide gaben bereits mit acht Jahren ihr Debüt, oft unter der Regie ihrer Mutter. Jahrzehnte später sind sie nach wie vor enge Nachbarinnen und künstlerische Partnerinnen – auch wenn ihre Karrieren und Perspektiven unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.

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Happel befindet sich derzeit in den letzten Proben für Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater, die österreichische Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Nocker hingegen bereitet sich auf Mythen des Alltags vor, eine Koproduktion zwischen dem Volkstheater und den Wiener Festwochen.

Ihre beruflichen Laufbahnen waren von sowohl Erfolg als auch Kontroversen geprägt. Happel trat nach Kritik, sie widme den Studierenden zu wenig Zeit, als Leiterin des Reinhardt-Seminars zurück. Nocker hingegen unterstützt öffentlich die #MeToo-Bewegung und betont die Notwendigkeit eines anhaltenden Wandels im gesellschaftlichen Umgang mit Macht und Einverständnis. Auch Happel teilt diese Sorgen teilweise und weist darauf hin, dass Mütter heute zwar ihren Kindern beibringen, Grenzen zu respektieren – doch diese Lektionen nicht immer in die Tat umgesetzt werden.

Abseits der Bühne verbindet die beiden eine auf Ehrlichkeit gegründete Freundschaft, auch wenn sie zugeben, dass sie sich damit gelegentlich gegenseitig reizen. Ihre Töchter haben sogar Schlüssel zu den Häusern der anderen – ein Zeichen des Vertrauens, das sich nicht ganz umgekehrt wiederfindet. Beim Umgang mit Kritik gehen sie unterschiedlich vor: Während Happel negative Rezensionen bewusst meidet, hält Nocker jedes respektvolle Feedback für wertvoll.

Beide Frauen prägen die österreichische Theaterszene auf ihre je eigene Weise. Happels Der heilige Falstaff feiert bald Premiere am Burgtheater, während Nockers Mythen des Alltags sich auf seine Uraufführung vorbereitet. Ihre Karrieren spiegeln eine Mischung aus gemeinsamer Geschichte, künstlerischem Ehrgeiz und unterschiedlichen Ansichten darüber wider, wie man öffentliche und private Herausforderungen meistert.

Quelle