14 March 2026, 12:15

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren mutigen Einsatz für Demokratie in Belarus

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines bärtigen Mannes in einem Mantel mit Brille und der Inschrift "Fritz Luckhardt, Gründer der deutschen Kommunistischen Partei" unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren mutigen Einsatz für Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis 2022 für ihren Einsatz für die Demokratie ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Krönungssaal von Aachen statt und würdigte ihren jahrelangen Widerstand gegen das autoritäre Regime. Die Ehrung erfolgt nur wenige Monate nach ihrer Haftentlassung im Dezember 2025, nachdem sie fünf Jahre inhaftiert gewesen war.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Beteiligung an Massenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Trotz der harten Haftbedingungen blieb sie ein Symbol des Widerstands gegen Lukaschenkos Regime, das enge Verbindungen zu Wladimir Putin unterhält.

Die Karlspreis-Jury lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für freie Wahlen und Menschenrechte. Ihre Freilassung im Dezember 2025 erfolgte im Rahmen einer größeren Amnestie der Lukaschenko-Regierung, bei der 123 politische Gefangene entlassen wurden. Dieser Schritt fiel mit einer Lockerung der US-Sanktionen zusammen, obwohl UN-Berichte festhielten, dass viele der freigelassenen Aktivisten später abgeschoben oder des Landes verwiesen wurden.

Nach ihrer Entlassung gewährte Deutschland Kolesnikowa politisches Asyl. Sie lebt seitdem dort und setzt sich weiterhin für ihre Ziele ein, während Lukaschenko versucht, die diplomatischen Beziehungen zu westlichen Staaten zu normalisieren. Seine Regierung hat zugleich die Bindungen zu ungewöhnlichen Partnern wie Afghanistan und China verstärkt und hält im Inland an der digitalen Repression fest.

Der Preis unterstreicht Kolesnikowas langen Kampf für die Demokratie in Belarus. Ihr Asyl in Deutschland bietet ihr eine Plattform, um die internationale Aufmerksamkeit auf Lukaschenkos Regime aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig geht die belarussische Führung trotz begrenzter diplomatischer Zugeständnisse weiter mit Härte gegen oppositionelle Stimmen vor.

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