Migrationsberatung zwischen Erfolg und Finanzierungsnot: Was der bundesweite Aktionstag zeigte
Philipp SchulteMigrationsberatung zwischen Erfolg und Finanzierungsnot: Was der bundesweite Aktionstag zeigte
Bundesweiter Aktionstag für Migrationsberatung: Erfolge und wachsende Herausforderungen
Am 1. Oktober fand ein bundesweiter Aktionstag für Migrationsberatungsdienste statt. Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) trafen sich in Hamm, um sowohl die Errungenschaften als auch die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Unterstützung junger Migrantinnen und Migranten zu thematisieren.
In Hamm veranstalteten DRK und AWO im DRK-Heim in Bockum-Hövel Diskussionsrunden, an denen lokale und bundesweite Politiker teilnahmen, um die Zukunft der Migrationsarbeit in der Region zu erörtern. Beraterinnen, Berater und Teilnehmer berichteten zudem von persönlichen Erfolgsgeschichten der Integration.
Der Tag diente auch als Appell an die Politik, die Finanzierung der Beratungsangebote langfristig zu sichern. Der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD) versprach, sich für eine Fortführung der Förderung einzusetzen, und bestätigte, dass die Bundesregierung die Migrationsdienste auch über das Jahr 2026 hinaus unterstützen wolle. Svetlana Dittmar von der AWO betonte, wie unverzichtbar diese Programme sind, um junge Migrantinnen und Migranten an Schulen und Berufskollegs zu erreichen.
Trotz Fortschritten in einigen Bereichen haben Kürzungen bereits zentrale Angebote beeinträchtigt. So wurden etwa Kommunikationsschulungen und Kurse zur sozialen Kompetenz eingestellt. Gleichzeitig verzeichneten andere Bundesländer seit 2020 einen Anstieg der Mittel um 20 bis 50 Prozent – unter anderem durch zusätzliche Bundeszuschüsse (bis zu 10 Millionen Euro jährlich ab 2022) und neue Standorte der Jugendmigrationsdienste (15 weitere in Nordrhein-Westfalen bis 2024).
Die Veranstaltung zeigte sowohl die Wirkung der Migrationsberatung als auch die Risiken unsicherer Finanzierung auf. Während einige Regionen ihre Unterstützung ausbauen, führen Kürzungen in Hamm zu Einschränkungen bei wichtigen Programmen. Die Veranstalter warten nun auf konkrete Schritte, um die langfristige Finanzierung zu sichern.






