Solingen zeigt Niederländern, wie ukrainische Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden
Anton MeyerSolingen zeigt Niederländern, wie ukrainische Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden
Eine niederländische Delegation besuchte kürzlich Solingen, um über die Integration ukrainischer Geflüchteter in den Arbeitsmarkt zu sprechen. Zu der Gruppe gehörten Vertreter verschiedener Ministerien sowie Mitarbeiter des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Seit Beginn der Krise hat Solingen über 1.750 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Noch immer leben fast 1.400 von ihnen in der Stadt, wobei 1.240 Leistungen nach dem Bürgergeld über das örtliche Jobcenter erhalten. Jan Welzel, Leiter des Amts für Soziales und Recht der Stadt, stellte die aktuelle Lage während des Besuchs auf Niederländisch vor.
Die Delegation lobte insbesondere die Deutschsprachkurse in Solingen, an denen derzeit 394 ukrainische Geflüchtete teilnehmen. Zu den zentralen Themen zählten Spracherwerb, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, schulische Integration sowie Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse – vor allem aus der Ukraine – wurde als anhaltende Herausforderung sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden genannt.
Auch die Finanzierungsfrage kam zur Sprache: Solingen und andere deutsche Städte tragen den Großteil der Kosten für Unterbringung und Integration der Geflüchteten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 37 Prozent der ukrainischen Geflüchteten langfristig in Deutschland bleiben möchten, während 34 Prozent nur bis zum Ende des Krieges hierbleiben wollen.
Der Besuch unterstrich die Bemühungen Solingens, ukrainische Geflüchtete durch Sprachkurse und Integrationsangebote zu unterstützen. Gleichzeitig bleibt die Stadt vor finanziellen und administrativen Hürden – insbesondere bei der Anerkennung beruflicher Qualifikationen. Da viele Geflüchtete voraussichtlich über Jahre bleiben werden, wächst der Bedarf an nachhaltigen Lösungen.






