22 March 2026, 04:15

Thüringens Freilichtmuseen locken mit Neuerungen – doch Spritpreise drohen Besucher fernzuhalten

Schwarzes und weißes Foto eines belebten Berliner Marktes mit Menschen, Gemüsewagen und Gebäuden im Hintergrund.

Verhindert der Spritpreis Besuche in Freilichtmuseen? - Thüringens Freilichtmuseen locken mit Neuerungen – doch Spritpreise drohen Besucher fernzuhalten

Thüringens Freilichtmuseen bereiten sich auf eine vielversprechende Saison vor – trotz Sorgen über steigende Spritpreise

Mit neuen Ausstellungen, erweiterten Veranstaltungen und modernisierten Einrichtungen wollen Thüringens Freilichtmuseen in diesem Jahr Besucher anlocken. Doch die Betreiber blicken mit Sorge auf die stark gestiegenen Kraftstoffkosten, die potenzielle Gäste von der Anreise in die oft abgelegenen Standorte abhalten könnten.

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Die Museen in der Region setzen auf eine Mischung aus traditionellen Festen und frischen Attraktionen – von historischen Nachstellungen bis hin zu verbesserten Besucherzentren. Angesichts der rasant steigenden Spritpreise fürchten die Verantwortlichen jedoch, dass weniger Menschen den Weg in die ländlich gelegenen Einrichtungen finden werden.

Das Freilichtmuseum Hohenfelden startet am 28. März in die neue Saison und öffnet seine Hauptflächen wieder für das Publikum. Bis Ende Mai soll zudem ein neues Besucherzentrum mit moderner Ausstattung fertiggestellt sein. Museumsleiterin Franziska Zschäck gibt zu bedenken, dass die explodierenden Spritpreise die Besucherzahlen drücken könnten, da viele Standorte in Thüringen ohne Auto nur schwer erreichbar sind.

Beliebte Veranstaltungen kehren zurück, darunter der Handwerkertag und das Museumsfest am 12. April sowie der Schäfertag am 1. August. Der Thüringer Käsemarkt, der in diesem Jahr erweitert wird, findet am 6. September statt. Die Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt öffnen bereits am 1. April mit Neuerungen: Ein restauriertes Eingangstor und eine leistungsstarke neue Kaffeemaschine für das Café warten auf die Gäste. Später im Jahr folgen das Burgenland-Weinfest (12.–13. Juni), ein Freiluftkino (17. Juni–17. Juli), Sommer-theater (18. Juli–16. August) sowie die Rudolstädter Sommerserie mit Konzerten (20. Juni–20. September).

Die Funkenburg in Westgreußen öffnet wie gewohnt zu Ostern – trotz der Insolvenzanmeldung des Trägervereins. Für Kinder gibt es am 5. April eine Ostereiersuche, am 6. April lädt ein Ostercafé ein. Weitere Highlights sind eine Nachstellung der Völkerwanderungszeit (16.–17. Mai), das Funkenburg-Fest (15.–16. August) und eine Woche des historischen Handwerks (27. September–4. Oktober).

Auch das Hennebergische Museum Kloster Veßra hat sein Angebot aufgefrischt: In einer ehemaligen Scheune finden nun Bildungsprogramme und Veranstaltungen statt, und eine Sonderausstellung über Frauen in der Landwirtschaft startet am 28. Mai. Die Modernisierungen sind Teil einer breiten Anpassung der Museen in der Region an veränderte Besucherbedürfnisse.

Doch die Spritpreise sind zu Jahresbeginn 2026 stark angestiegen: Zwischen dem 23. Februar und 9. März verteuerte sich Diesel um 43 Cent pro Liter, Benzin um 25 Cent. Die Bundesregierung führt die Preistreiber auf Steuern – die 60 Prozent des Preises ausmachen – und die globalen Öl-kosten zurück. Mit durchschnittlich 172,18 Cent pro Liter liegt der Dieselpreis inzwischen über dem EU-Durchschnitt. Zwar waren die Preise nach 2023 vorübergehend gesunken, doch der jüngste Anstieg wirft erneut Fragen über die Zukunft des Tourismus in ländlichen Regionen wie Thüringen auf.

Die Museumsbetreiber betonen, dass die meisten Standorte nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Da Besucher stark auf das Auto angewiesen sind, könnten die höheren Spritkosten viele davon abhalten, die kulturellen Attraktionen aufzusuchen.

Thüringens Freilichtmuseen haben in diesem Jahr viel in neue Ausstellungen, Veranstaltungen und Infrastruktur investiert, um Gäste zu gewinnen. Doch der deutliche Anstieg der Spritpreise stellt sie vor eine Herausforderung – besonders für die abgelegenen Standorte. Die Verantwortlichen werden genau beobachten müssen, ob die gestiegenen Reisekosten die Besucherströme zu den Freilichtstätten der Region spürbar verringern.

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