Weidemilch-Siegel: Warum nicht alle Kühe wirklich auf der Weide stehen
Lina SchmidtWeidemilch-Siegel: Warum nicht alle Kühe wirklich auf der Weide stehen
Deutsche Verbraucher stehen vor einem Dilemma: Bei der Suche nach Milch von Weidekühen herrscht Verwirrung über Siegel und Standards. Zwar suggerieren Begriffe wie Weidemilch grasende Tiere im Freien, doch nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Nur ein einziges Zertifikat garantiert tatsächlich, dass Kühe ganzjährig auf der Weide leben.
Das Weidemilch-Siegel ist das einzige deutsche Label, das kontinuierliche Weidehaltung bescheinigt. Andere gängige Standards wie 120 Tage Weidegang verlangen lediglich mindestens 120 Tage Weideaufenthalt pro Jahr – auch wenn viele Betriebe diese Vorgabe übertreffen. Doch selbst bei diesen Siegeln können Kühe außerhalb der Weidezeiten im Stall angebunden sein.
Erst die Stufen 3, 4 und 5 auf Weidemilch-Verpackungen verbieten die Anbindung komplett. Gleiches gilt für Premium-Label wie Pro Weideland, Für mehr Tierschutz oder Bio-Siegel. Diese garantieren zudem gentechnikfreies Futter und regelmäßige externe Tierwohl-Kontrollen.
Das Problem: Der Begriff Weidemilch ist rechtlich nicht geschützt. Ein Produkt mit lediglich Stufe 3 muss beispielsweise keine Weidehaltung nachweisen. Verbraucher wissen oft nicht, wie die Kühe außerhalb der Weidezeiten gehalten werden – die Unsicherheit bleibt.
Für weitere Informationen bietet die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Website Hilfestellung. Bei Nutzung ihrer Bilder ist die Quellenangabe Pflicht.
Fazit: Ohne einheitlichen Standard müssen Käufer Labels genau prüfen, um die Haltungsform zu verstehen. Das Weidemilch-Siegel bleibt das einzige Zeichen, das ganzjährige Weidehaltung bestätigt. Andere Siegel unterscheiden sich stark in ihren Tierwohl-Garantien.






