25 April 2026, 18:16

Zoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Speditionen Steuern sparen wollen

Balkendiagramm, das die Anzahl der Einfuhren und Ausfuhren in den Vereinigten Staaten im Jahr 2014 zeigt, mit farbigen Blöcken, die verschiedene Länder darstellen.

Zoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Speditionen Steuern sparen wollen

Zollbeamte in Aachen haben Kühltransporter mit übergroßen Kraftstofftanks entdeckt. Der Fund wirft ein Schlaglicht auf ein wachsendes Problem: Speditionen rüsten ihre Fahrzeuge um, um Energiesteuern und Einfuhrmehrwertsteuer zu umgehen. Die Behörden gehen nun verstärkt gegen diese Praxis vor, um Steuerausfälle zu verhindern.

Im Mittelpunkt steht die Manipulation von Lkw, die ursprünglich mit Standardtanks für 235 bis 245 Liter ausgestattet sind. Einige Betreiber ersetzen diese durch deutlich größere Behälter mit einem Fassungsvermögen von 550 bis 800 Litern. Nach EU-Recht ist Kraftstoff in werksseitig eingebauten Tanks bei Grenzübertritten von Abgaben befreit – doch diese Ausnahme gilt nicht mehr, sobald die Tanks nachgerüstet werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Allein im vergangenen Jahr deckten Prüfer bundesweit zahlreiche Fälle von Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit solchen Umbauten auf. Die Ermittlungen führten zur Nachforderung unbezahlter Energiesteuern in sechsstelliger Höhe. Um weitere Missbräuche einzudämmen, erheben die Zollbehörden nun einen Aufschlag auf die nachzufordernden Steuerschulden der Täter.

Hinter den Umbauten stecken vor allem finanzielle Motive. Transportunternehmen tanken oft außerhalb Deutschlands oder anderer EU-Länder mit hohen Kraftstoffpreisen und nutzen die günstigeren Spritpreise in ihren Heimatländern. Durch die größere Tankkapazität verringern sie die Notwendigkeit teurer Betankungsstopps – auf Kosten der Steuerehrlichkeit.

Die Praxis des Einbaus nicht serienmäßiger Kraftstofftanks steht zunehmend im Fokus der Zollfahnder. Sobald die Veränderungen erkannt werden, fallen sowohl Energiesteuer als auch Einfuhrmehrwertsteuer an. Mit verschärften Kontrollen und finanziellen Sanktionen wollen die Behörden die Schlupflöcher schließen und für faire Wettbewerbsbedingungen in der Transportbranche sorgen.

Quelle