17 March 2026, 10:15

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben durch Preisdruck und Schädlinge

Nahaufnahme einer Blattwespe auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben durch Preisdruck und Schädlinge

Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Fallende Preise, steigende Kosten und Konkurrenz durch zollfreie Importe schmälern die Gewinne. Viele Erzeuger, darunter auch die Metternich-Ratibor-Corvey KG, reduzieren daher ihre Anbauflächen und testen gleichzeitig neue Lösungen, um die Erträge zu sichern.

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Seit 2020 geht die mit Zuckerrüben bestellte Fläche kontinuierlich zurück. Geringere Zuckerpreise, höhere Produktionskosten und EU-Förderungen für Biokraftstoffpflanzen wie Raps machen Alternativen attraktiver. Auf Betrieben wie der von Marius Feldmann geleiteten Metternich-Ratibor-Corvey KG sank die Rübenanbaufläche von 160 Hektar im Jahr 2023 auf nur noch 118 Hektar in diesem Jahr.

Schädlinge, Krankheiten und resistente Unkräuter verschärfen die Lage. Stolbur (SBR), die Cercospora-Blattfleckenkrankheit sowie hartnäckige Beikräuter wie Hirsehirse und Ausfallraps stellen mittlerweile große Bedrohungen dar. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar Entlastung, doch die Landwirte setzen lieber auf stabile, langfristige Lösungen.

Um die Erträge zu sichern, werden neue Mittel erprobt. Feldmann testete etwa Rinpode, ein Herbizid mit niedriger Aufwandmenge, das vielversprechende Ergebnisse gegen Hirsehirse und Ausfallraps zeigt. Erste Daten deuten darauf hin, dass es den Rübenertrag um 3–7 Prozent steigern und den Zuckergehalt erhöhen könnte. Gleichzeitig hat Südzucker Kinsidro Grow+, einen Biostimulator, in sein SBR/Stolbur-Bekämpfungsprogramm aufgenommen – die Spritzanwendung ist nun zu zentralen Wachstumsphasen verpflichtend.

Ohne eine verbesserte Wirtschaftlichkeit könnte der heimische Rübenanbau weiter zurückgehen. Das würde die regionale Zuckerversorgung gefährden und den Landwirten weniger Alternativen lassen.

Die Erzeuger setzen auf moderne Herbizide, Fungizide und Biostimulatoren, um den Zuckerrübenanbau langfristig zu erhalten. Sollten sich die Kosten und Marktdruck jedoch weiter verschärfen, könnte die Branche vor noch tieferen Einschnitten stehen. Im Mittelpunkt bleibt die Balance zwischen Ertragssicherung und wirtschaftlichem Überleben in einem sich wandelnden Agrarsektor.

Quelle