25 March 2026, 10:13

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer warten noch auf Gerechtigkeit und Entschädigung

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau in seinen Armen, im Hintergrund brennt ein Feuer und auf der linken Seite liegt ein Tuch, unten steht der Text "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Hilfe"

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer warten noch auf Gerechtigkeit und Entschädigung

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen warten die Opfer und ihre Angehörigen noch immer auf Entschädigungszahlungen. Das Feuer, das Daniel S. im März 2024 gelegt hatte, forderte vier Menschenleben und hinterließ andere mit lebensverändernden Verletzungen. Ein aktuelles Urteil hat ihn nun zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

In den frühen Morgenstunden des 25. März 2024 zündete der damals 39-jährige Daniel S. vorsätzlich ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße an. Bei dem Brand kamen eine junge vierköpfige Familie ums Leben. Ein Paar mit seinem Kleinkind sprang aus dem Fenster im dritten Stock, um zu entkommen – sie überlebten, erlitten jedoch schwere Verletzungen. Eine weitere Familie entkam mit schweren Brandverletzungen, während es den meisten Bewohnern – viele von ihnen mit Migrationshintergrund – gelang, das Gebäude rechtzeitig zu verlassen.

Das Landgericht Wuppertal stellte später fest, dass keine rassistischen oder rechtsextremen Motive hinter der Tat standen. Daniel S. wurde wegen Brandstiftung und Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, zusätzlich ordnete das Gericht die anschließende Sicherungsverwahrung an.

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Anlässlich des zweiten Jahrestages der Tragödie ist in Solingen eine Gedenkveranstaltung geplant, an der voraussichtlich rund 100 Menschen teilnehmen werden. Unterdessen warten Überlebende und trauernde Angehörige weiterhin auf finanzielle Unterstützung. Die Eltern der getöteten Familie müssen noch nachweisen, dass sie unter einem "Schockschaden" (psychisches Trauma) leiden, um nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz Anspruch auf Entschädigung zu haben. Das Paar, das mit seinem Kind aus dem Fenster sprang, wird hingegen voraussichtlich bald Zahlungen erhalten.

Das Urteil stellt sicher, dass Daniel S. auf unbestimmte Zeit in Haft bleibt. Doch für die Betroffenen bleibt der Weg der Bewältigung lang. Verzögerungen bei den Entschädigungsleistungen und anhaltende bürokratische Hürden erschweren den Alltag der Überlebenden und der Hinterbliebenen zusätzlich.

Quelle