Deutsche Bahn startet Milliarden-Reform nach Rekordverlust und Pünktlichkeitsdebakel
Philipp SchulteDeutsche Bahn startet Milliarden-Reform nach Rekordverlust und Pünktlichkeitsdebakel
Deutsche Bahn unter Druck: Nach Milliardenverlust plant Konzern große Reformen
Die Deutsche Bahn, Deutschlands größter Bahnbetreiber, gerät zunehmend in die Kritik, nachdem das Unternehmen für das Jahr 2023 einen Verlust von 2 Milliarden Euro verbucht hat. Seit Langem wird der Konzern für häufige Verspätungen, ausgefallene Züge und marode Infrastruktur gescholten. Nun sollen umfassende Maßnahmen die Pünktlichkeit verbessern und das Angebot ausbauen.
Die Probleme des Unternehmens sind in den letzten Monaten offenkundig geworden: Nur etwa zwei Drittel der Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich – zur Verärgerung der Fahrgäste. Schlechter Gleiszustand und überlastete Netze verschärften die Situation zusätzlich.
Um die Wende zu schaffen, will die Deutsche Bahn massiv in Modernisierungen investieren. Der Aufsichtsrat hat bis zu 150 Milliarden Euro für die Stabilisierung des Netzes gefordert. Doch die Sanierung wichtiger Strecken wird voraussichtlich erst 2035 abgeschlossen sein.
Bis dahin treibt das Unternehmen den Ausbau des Fahrplans für 2024 voran: Das Netz mit halbstündlichen Verbindungen wächst von 900 auf 2.300 Kilometer. Rund 40 neue oder verlängerte tägliche Verbindungen sind geplant, darunter mehr grenzüberschreitende Strecken.
Fahrgäste können sich auf häufigere Züge, schnellere Verbindungen und einfachere Buchungsmöglichkeiten freuen. Ziel ist es, die Fernreise mit der Bahn attraktiver zu machen.
Die Expansion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Deutsche Bahn versucht, sich von finanziellen Verlusten und Servicepannen zu erholen. Mit Milliardeninvestitionen in Sanierungen und einem erweiterten Fahrplan hofft der Konzern, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Doch bis die vollen Auswirkungen dieser Maßnahmen spürbar werden, dürften noch Jahre vergehen.






