Henkel und LyondellBasell revolutionieren Kunststoffe mit nachhaltigen Alternativen für Haushaltsprodukte
Anton MeyerHenkel und LyondellBasell revolutionieren Kunststoffe mit nachhaltigen Alternativen für Haushaltsprodukte
Große Marken und Chemieunternehmen treiben ihre Bemühungen voran, erdölbasierte Kunststoffe durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Mehr als 50 Unternehmen – darunter Procter & Gamble, Unilever und Nestlé – haben seit 2023 öffentlich Projekte angekündigt, um strengere EU-Vorgaben für die Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. Aktuelle Durchbrüche zeigen, dass diese Materialien genauso leistungsfähig sind wie herkömmliche Kunststoffe, jedoch mit deutlich geringeren Emissionen.
Einer der jüngsten Fortschritte stammt von Henkel und LyondellBasell, die gemeinsam ein gängiges Haushaltsprodukt mit erneuerbaren und recycelten Materialien neu gestaltet haben. Ihre Kooperation wird auf der K 2025, der weltweit führenden Kunststoffmesse, im Oktober in Düsseldorf präsentiert.
Henkel und LyondellBasell haben den Kunststoffkäfig ihrer WC Frisch/Bref-Toilettenrandblöcke durch eine Mischung aus recycelten und biokreislauffähigen Polymeren ersetzt. Das neue Design besteht zu 30 % aus mechanisch recyceltem Kunststoff und zu 70 % aus erneuerbaren Rohstoffen, die aus Abfällen wie pflanzlichen Ölrückständen gewonnen werden. Dieser Ansatz vermeidet Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und stellt gleichzeitig sicher, dass das Material höchste Qualitätsstandards erfüllt.
Die Lösung basiert auf LyondellBasells CirculenRenew-Portfolio, das mithilfe einer Massenbilanzmethode den Anteil nachhaltiger Inhaltsstoffe nachverfolgt. Laut Unternehmen reduzieren diese Polypropylen-(PP-)Sorten die CO₂-Emissionen um bis zu 44 % im Vergleich zu erdölbasierten Alternativen – und das ohne Einbußen bei der Leistung. Das Material verhält sich wie herkömmlicher Kunststoff, was den Umstieg für Hersteller erleichtert.
Auch andere Unternehmen machen Fortschritte. INEOS Olefins & Polymers in Lavera, Frankreich, hat kürzlich seine erste Lieferung Pyrolyseöl erhalten, ein Rohstoff, der aus recyceltem Kunststoffabfall gewonnen wird. Gleichzeitig haben Elopak, Orkla Home and Personal Care und Dow Verpackungen auf den Markt gebracht, die recyceltes Polyethylen mit biokreislauffähigen Polymeren kombinieren. Diese Schritte entsprechen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die Marken bis 2030 zur verstärkten Nutzung kreislauffähiger Materialien verpflichtet.
Der Wandel hin zu biokreislauffähigen und recycelten Kunststoffen gewinnt an Fahrt, wobei Unternehmen beweisen, dass nachhaltige Materialien mit herkömmlicher Leistung mithalten können. Die Neugestaltung der Toilettenrandblöcke von Henkel und LyondellBasell, die auf der K 2025 vorgestellt wird, ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen geringere Emissionen und regulatorische Compliance Hand in Hand gehen. Da immer mehr Unternehmen diese Lösungen übernehmen, wird erwartet, dass der Markt für erdölfreie Kunststoffe weiter wächst.






