20 March 2026, 16:16

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der bösartige Kreislauf" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische, unorganisierte Bilder von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur noch die Hälfte der 14- bis 18-Jährigen ist mit der Funktionsweise des Systems zufrieden – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem eine zunehmende Offenheit für undemokratische Ideen sowie die Herausforderungen, vor denen Schulen im Kampf gegen Online-Radikalisierung stehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Untersuchung belegt einen dramatischen Stimmungswandel seit 2021. Damals waren noch 77 Prozent der Jugendlichen mit der gelebten Demokratie zufrieden. Heute liegt dieser Wert bei nur noch 47 Prozent. Auch das Vertrauen in zentrale Institutionen hat nachgelassen, besonders in der Altersgruppe unter 45 Jahren. Am geringsten ist die Zustimmung (83 Prozent) bei den 19- bis 29-Jährigen.

Undemokratische Ansichten gewinnen an Boden: Fast die Hälfte (47 Prozent) stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei", während 15 Prozent eine Diktatur unter "bestimmten Umständen" für "besser" halten. Die Forscher teilten die Befragten in drei Gruppen ein: 44 Prozent als überzeugte "Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner".

Die Studie unterstreicht zudem die Schwierigkeiten der klassischen politischen Bildung. Schulen tun sich schwer, gegen die Online-Radikalisierung anzukommen, wo junge Menschen in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities auf extremistisches Gedankengut stoßen. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnte vor der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus in diesen Räumen.

Gleichzeitig wünschen sich 76 Prozent der Jugendlichen, dass politische Themen stärker im Unterricht behandelt werden. Allerdings gibt es laut Bericht keine spezifischen Daten dazu, wie sich die Unzufriedenheit der 14- bis 18-Jährigen in der Region seit dem ersten Demokratie-Bericht 2021 entwickelt hat.

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Jüngere Generationen hinterfragen zunehmend die Wirksamkeit der Demokratie. Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte autoritären Alternativen offen gegenübersteht und das Vertrauen in Institutionen schwindet, stellt der Bericht Politik und Bildung vor eine wachsende Herausforderung. Schulen und Online-Plattformen stehen nun unter Druck, Radikalisierungstendenzen entgegenzuwirken und demokratische Werte bei Jugendlichen zu stärken.

Quelle