Klimaprotest am Flughafen Köln/Bonn: Festkleben auf Rollbahn führt zu Verurteilung
Philipp SchulteFlughafenblockade: Gericht verurteilt Klimaaktivisten - Klimaprotest am Flughafen Köln/Bonn: Festkleben auf Rollbahn führt zu Verurteilung
Zwei Klimaaktivist:innen der Gruppe Letzte Generation sind wegen der Störung des Betriebs am Flughafen Köln/Bonn verurteilt worden. Das Duo hatte sich im August 2024 auf einer Rollbahn festgeklebt und dadurch erhebliche Verspätungen sowie finanzielle Verluste verursacht. Ihre Aktion war Teil einer bundesweiten Welle ähnlicher Proteste an diesem Tag.
Der Vorfall begann, als eine 45-jährige Frau und ein 27-jähriger Mann mit Bolzenschneidern den Außenzaun des Flughafens durchtrennten. Im Inneren des Geländes klebten sie sich an einem kritischen Abschnitt der Rollbahn fest, wodurch Starts und Landungen zum Erliegen kamen. Die Blockade führte zur Streichung von 20 Flügen, eine Maschine musste nach Düsseldorf umgeleitet werden, und drei weitere kehrten zu ihren Gates zurück.
Rund 3.000 Passagiere waren direkt betroffen, weitere 13.000 erlebten indirekte Beeinträchtigungen. Der Flughafen bezifferte die Einnahmeausfälle durch das Chaos auf mindestens 50.000 Euro. Gleichzeitig fanden an den Flughäfen Berlin Brandenburg, Stuttgart und Nürnberg vergleichbare Proteste statt.
Vor Gericht erhielten beide Aktivist:innen Bewährungsstrafen – der Mann elf Monate, die Frau neun. Als Teil ihrer Strafe müssen sie jeweils 2.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Die Verurteilungen reiht sich in eine Serie juristischer Konsequenzen für spektakuläre Klimaproteste in Deutschland ein. Die Aktionen der Aktivist:innen führten zu messbaren Störungen, darunter Flugausfälle, Umleitungen und finanzielle Einbußen für die Flughäfen. Ihre Strafen kombinieren bewährte Haftzeiten mit Zwangsarbeit und Geldauflagen.






