Theaterskandal in Senftenberg: Warum der Intendant vorzeitig gehen muss
Philipp SchulteTheaterskandal in Senftenberg: Warum der Intendant vorzeitig gehen muss
Eine Turnhalle wird zur Theaterbühne – und mit ihr die Erinnerungen an den DDR-Sport. Mit dem Intendanten geht es weniger sportlich zu.
Daniel Ris, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, verlässt sein Amt früher als geplant. Sein bis 2027 laufender Fünfjahresvertrag wurde im März 2025 überraschend vorzeitig beendet. Weder die Stadt noch der Landkreis haben bisher öffentliche Gründe für die Entscheidung genannt.
Vor drei Jahren hatte Daniel Ris die Leitung der Neuen Bühne Senftenberg übernommen. Mit mutigen Saisoneröffnungen an historischen Orten zog er größeres Publikum an und weckte neues Interesse am Theater. Die jüngste Aufführung in der Niederlausitzhalle verband Debatte mit Unterhaltung, hinterfragte die militarisierte Sportkultur der DDR, deutete Doping an und lotete den Preis des sportlichen Erfolgs aus.
Die Entscheidung bedeutet, dass die Neue Bühne Senftenberg ohne ihren aktuellen Intendanten in die Zeit bis 2027 geht. Öffentliche Begründungen für die vorzeitige Vertragsauflösung fehlen, die Spekulationen halten an. Die zukünftige Führung des Theaters soll nun in einem neuen Auswahlverfahren bestimmt werden.
