Vodafone verklagt Bundeskartellamt wegen angeblicher Wettbewerbsverzögerung bei 1&1
Julian FrankeVodafone verklagt Bundeskartellamt wegen angeblicher Wettbewerbsverzögerung bei 1&1
Vodafone hat Klage gegen das deutsche Bundeskartellamt wegen einer Kartellrechtsuntersuchung eingereicht. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe, dass Vodafone über seine Beteiligung an Vantage Towers den Markteintritt des vierten Mobilfunkanbieters 1&1 verzögert habe. Das Kartellamt stuft diese Verzögerungen nun als Verstoss gegen das Wettbewerbsrecht ein.
Das Bundeskartellamt wirft Vodafone und Vantage Towers vor, den Netzausbau von 1&1 behindert zu haben. Präsident Andreas Mundt führte im Rahmen der Ermittlungen mehrere Gespräche mit Branchenvertretern, darunter auch mit 1&1-Chef Ralph Dommermuth. Ein mögliches Urteil könnte Vantage Towers zwingen, zahlreiche Standorte an 1&1 abzutreten – was den Druck auf Vodafone weiter erhöhen würde.
Vodafone geht juristisch in die Offensive und hat eine einstweilige Verfügung beantragt, um das Verfahren zu stoppen. Die Anwälte des Konzerns argumentieren, das Kartellamt habe rechtliche Standards verletzt und seine Befugnisse überschritten. Zudem behauptet Vodafone, das Verfahren sei von 1&1 "inszeniert" worden und die Behörden würden eine "politische Agenda" verfolgen.
Das Kartellamt wies diese Vorwürfe entschieden zurück. Die Behörde betonte, die Untersuchungen seien vollständig neutral und ausschließlich auf Basis von Beweisen geführt worden. Da keine der beiden Seiten nachgibt, droht der Konflikt weiter zu eskalieren.
Der Rechtsstreit könnte die deutsche Telekommunikationsbranche nachhaltig verändern. Sollte das Kartellamt obsiegen, müsste Vantage Towers möglicherweise wichtige Infrastruktur an 1&1 abgeben. Vodafone zeigt jedoch keine Anzeichen dafür, seine rechtliche Auseinandersetzung mit dem Verfahren zu beenden.
