Fokins Der Revisor kehrt mit imperialer Pracht ans Alexandrinski-Theater zurück

Anton Meyer
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Ein altes Buchcover mit einem Mann im Smoking und Hut, identifiziert als Yuri Khannon, mit der Aufschrift "Комуческие купиторь", was "Der Komponist der russischen Oper" bedeutet.Anton Meyer

Fokins Der Revisor kehrt mit imperialer Pracht ans Alexandrinski-Theater zurück

Valery Fokins neueste Inszenierung von Der Revisor feiert Premiere am Alexandrinski-Theater in St. Petersburg – eine Wiederbelebung des Stücks, das eng mit der Geschichte des Hauses verbunden ist. Die Produktion jährt sich zum hundertsten Mal seit Wsewolod Meyerholds ikonischer Inszenierung von 1926 und knüpft zugleich an Fokins eigene Adaption aus dem Jahr 2002 an. Diesmal webt der Regisseur imperiale Symbolik ein, darunter die Zarenloge und die Hymne des Russischen Kaiserreichs.

Die Premiere am 28. Februar begann mit einem Verweis auf die Tradition: Der Direktor der Eremitage, Michail Piotrowski, nahm in der Zarenloge Platz, während das Lied Gott bewahre den Zaren! von einem Vokalterzett erklang, das sich direkt an die königliche Empore wandte. Dieselbe Loge spielte bereits in Fokins Inszenierung von Achtzehn Eins (2022) eine zentrale Rolle, als Teile der Handlung dort stattfanden.

Auf der Bühne glänzte Sergei Parschin als Stadtvorsteher mit einer grotesken, doch erdenden Darstellung – eine Mischung aus überzeichneten Zügen und natürlichem Sprachfluss. Tichon Schisnewski, bekannt aus Major Grom, verlieh Chlestakow eine frische Note und ließ sich dabei von den Kostüm- und Bühnenentwürfen von 1926 inspirieren – eine deutliche Hommage an Meyerholds revolutionären Ansatz. Den Schluss bildete eine ungewöhnliche, 90 Sekunden andauernde stumme Szene, gefolgt vom Segment Fortsetzung, in dem Schauspieler und Kritiker über die Inszenierung diskutierten.

Das Alexandrinski-Theater hat für Der Revisor eine besondere Bedeutung: Hier feierte das Stück 1836 seine Uraufführung, und Zar Nikolaus I. soll damals bemerkt haben: "Was für ein Stück! Jeder hat sein Fett wegbekommen – aber ich am meisten!". Konstantin Raikin erinnerte sich an Fokins frühe Arbeit und erzählte von ihrer ersten Begegnung Ende der 1960er-Jahre am Schtschukin-Institut, wo er bereits damals das Talent des Regisseurs lobte.

Fokins Inszenierung verbindet historische Anklänge mit kühnen theaterischen Entscheidungen. Die Nutzung der Zarenloge, die kaiserliche Hymne und Meyerholds Einfluss verankern die Inszenierung fest in der Tradition des Alexandrinski-Theaters. Das stumme Finale und die anschließende Diskussion unterstreichen zudem ihren experimentellen Charakter.

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