Prozess gegen mutmaßliche Combat-18-Führer in Dortmund vorläufig eingestellt
Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Prozess gegen mutmaßliche Combat-18-Führer in Dortmund vorläufig eingestellt
Ein deutsches Gericht hat den Prozess gegen vier mutmaßliche Führungskader der verbotenen neonazistischen Gruppe Combat 18 Germany vorläufig ausgesetzt. Das Landgericht Dortmund ordnete die Unterbrechung an, da sich das Verfahren in die Länge zieht und zu erwarten ist, dass eine mögliche Verurteilung eher in Geldstrafen als in Haftstrafen münden würde. Jeder der Angeklagten muss nun bis Mitte August 500 Euro an eine Kinderhilfsorganisation zahlen, um die Aussetzung dauerhaft zu machen.
Die vier Männer gehörten zu 17 mutmaßlichen Mitgliedern, die im April 2022 bei einer bundesweiten Razzia gegen neonazistische Netzwerke festgenommen worden waren. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, Combat 18 Germany trotz des Verbots der Gruppe im Jahr 2020 mindestens bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten zu haben. Die Organisation war wegen ihrer Ablehnung der verfassungsmäßigen Ordnung Deutschlands und der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts verboten worden.
Einer der Angeklagten soll die Führung übernommen und mindestens 14 geheime Treffen organisiert haben, zu denen auch Aufnahmerituale mit Fragen zu NS-Ideologie gehörten. Zwei weitere sollen bei der Planung und Koordination dieser Zeremonien geholfen haben.
Ein vierter Beschuldigter wird verdächtigt, rechtsextreme Rockkonzerte veranstaltet und Merchandise-Artikel wie Tonträger und Kleidung mit Symbolen der Gruppe verkauft zu haben.
Die vorläufige Aussetzung des Verfahrens wird endgültig, falls die Angeklagten die Zahlungsfrist einhalten. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, rechtsextreme Netzwerke in Germany zu zerschlagen. Combat 18 Germany bleibt verboten, und die Sicherheitsbehörden überwachen weiterhin ehemalige Mitglieder der Gruppe.
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